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Ratgeber · Behandlung & Kosten

Welche Therapie hilft bei CMD? 7 Fragen zu Schiene, Physiotherapie und Behandlung

Was am besten belegt ist, was der Physiotherapeut macht, ob es auch ohne Schiene geht und ob die Behandlung weh tut.

Dr. med. dent. Bodo S. von Gadomski Dr. med. dent. Bodo S. von GadomskiZahnarzt · Gründer der CMD-Klinik
8 Min. Lesezeit Schiene · Physio · Kosten
Inhalt · 7 Fragen
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Wer nach einer Behandlung für CMD sucht, findet viele Versprechen. Hier steht, welche Verfahren belegt sind, was sie leisten und was nicht.

Frage 01 von 7

Was ist die beste Therapie bei CMD?

Kurz beantwortetDie eine beste Therapie gibt es nicht. Am besten belegt ist eine Kombination schonender, umkehrbarer Verfahren, abgestimmt auf das, was bei Ihnen gemessen wurde.

Die Erstbehandlung ist bei CMD konservativ und nicht-invasiv. Dazu gehören:

  • Aufklärung und Selbsthilfe: Ruhelage, Wärme, Übungen, Haltung, Schlaf.
  • Physiotherapie für Kiefer und Nacken.
  • Schiene, je nach Befund als Schutz-, Entspannungs- oder Positionierungsschiene.
  • Stressbewältigung und psychologische Verfahren: Sie senken die Schmerzintensität bei schmerzhafter CMD in ähnlicher Grössenordnung wie die zahnärztliche Standardbehandlung.
  • Medikamente nur kurzzeitig und ärztlich verordnet.

Entscheidend ist die Reihenfolge: zuerst messen, dann behandeln. Wer ohne Messung behandelt, behandelt eine Vermutung. Eingriffe, die sich nicht rückgängig machen lassen, etwa das Einschleifen gesunder Zähne, gehören nicht an den Anfang.

So arbeiten wir: Denken, messen, regulieren.

Frage 02 von 7

Was macht der Physiotherapeut bei CMD?

Kurz beantwortetEr löst die verspannte Kau- und Nackenmuskulatur, mobilisiert das Kiefergelenk und zeigt Ihnen Übungen für zuhause. Die Mitbehandlung des Nackens gehört bei CMD zum Fachstandard.

  • Manuelle Therapie der Kaumuskulatur, auf Wunsch auch von innen an der Wange
  • Triggerpunktbehandlung an Kaumuskel, Schläfe und Nacken
  • Mobilisation des Kiefergelenks bei eingeschränkter Mundöffnung
  • Behandlung der Halswirbelsäule, weil Kiefer und Nacken über gemeinsame Reflexe gesteuert werden
  • Koordinations- und Haltungsübungen sowie ein Heimprogramm
  • Entspannung: Atmung, Wahrnehmung von Pressen im Alltag

Physiotherapie wirkt am besten, wenn sie mit den übrigen Schritten abgestimmt ist. Wie oft und wie lange, steht im Beitrag CMD selbst lindern.

Frage 03 von 7

Ist es möglich, CMD ohne Schiene zu behandeln?

Kurz beantwortetJa, oft. Viele Beschwerden bessern sich mit Selbsthilfe, Physiotherapie und Stressbewältigung. Eine Schiene ist sinnvoll, wenn nachts geknirscht wird oder die Bisslage messbar beteiligt ist.

Schiene ist nicht gleich Schiene:

  • Knirscher- oder Schutzschiene: schützt die Zähne vor Abrieb, behandelt aber nicht die Ursache.
  • Aufbiss- oder Relaxierungsschiene: entlastet die Muskulatur und lindert akute Beschwerden.
  • Positionierungsschiene: soll die Bisslage gezielt verändern. Das setzt voraus, dass diese vorher gemessen wurde.

Ob eine Schiene in Ihrem Fall etwas beiträgt, lässt sich nach der Messung sagen, nicht vorher. Eine Schiene aus der Drogerie schützt nur.

Frage 04 von 7

Ist eine CMD-Behandlung schmerzhaft?

Kurz beantwortetNein. Die Untersuchung kommt ohne Bohren, ohne unangenehme Abdrücke und ohne Röntgen aus. Einzelne Schritte können kurz ungewohnt sein.

  • Untersuchung und Messung: Gespräch, Abtasten, Messung von Bisslage, Muskelaktivität, Bewegung und Haltung. Das ist nicht schmerzhaft.
  • Physiotherapie: Die Behandlung von Triggerpunkten kann kurz unangenehm sein. Sie sagen, wann es genug ist.
  • Schiene: In den ersten Tagen sind ein Druckgefühl und vermehrter Speichelfluss häufig. Das legt sich meist rasch.

An gesunder Zahnsubstanz wird nichts verändert. Wir beginnen mit herausnehmbaren Mitteln; dauerhafte Schritte erst, wenn diese wirken.

Frage 05 von 7

Wohin strahlt CMD aus?

Kurz beantwortetAm häufigsten in Schläfen, Kopf, Ohr, Wange und Nacken. Der Schmerz wird oft dort gespürt, wo er nicht entsteht.

  • Schläfe und Stirn: Der Schläfenmuskel gehört zur Kaumuskulatur.
  • Hinter die Augen und in den Hinterkopf
  • Ohr: Druck, Schmerz oder Geräusche. Das Kiefergelenk liegt direkt vor dem Ohr.
  • Wange und Zähne: Zahnschmerzen, für die der Zahnarzt keine Ursache findet
  • Nacken und Schultern

Dafür gibt es eine anatomische Grundlage: Der Nerv, der das Gesicht versorgt, ist im Hirnstamm mit den Nervenbahnen der oberen Halswirbelsäule verschaltet. Deshalb können Kiefer- und Nackenbefunde in dieselbe Schmerzregion ausstrahlen.

Dass eine CMD bis in Rücken, Becken oder Füsse ausstrahlt, ist nicht belegt. Was wir dazu sagen, ist unsere klinische Beobachtung.

Frage 06 von 7

Ist CMD eine schwere Krankheit?

Kurz beantwortetNein, nicht im Sinne einer gefährlichen oder fortschreitenden Erkrankung. Eine CMD ist gutartig und häufig. Der Leidensdruck kann trotzdem sehr hoch sein.

Rund drei von zehn Menschen haben Anzeichen einer CMD, Frauen häufiger als Männer. Die meisten Verläufe sind mild. Wer aber über Jahre Kopfschmerzen, Ohrdruck oder Nackenschmerzen hat und überall hört, dass nichts zu finden ist, erlebt das als schwer.

Für viele ist schon die Gewissheit eine Erleichterung: Eine funktionelle Fehlsteuerung des Kiefersystems ist eine häufige, gutartige und gut behandelbare Erklärung.

Ernste Ursachen gehören immer zuerst fachärztlich abgeklärt. Hörsturz, akuter Schwindel oder neu aufgetretene neurologische Zeichen sofort.

Frage 07 von 7

Was kostet eine CMD-Behandlung privat?

Kurz beantwortetDas hängt vom Befund ab. In der CMD-Klinik erhalten Sie vor jedem Schritt eine Leistungsbeschreibung mit den Kosten und entscheiden dann, ob Sie weitergehen.

Die CMD-Klinik arbeitet als Privatklinik im Selbstzahlerbereich. Das erste telefonische Gespräch kostet nichts. Die Messung erfolgt in zwei Etappen mit Zwischenauswertung, damit niemand Messungen bezahlt, die nichts mehr beitragen. Was die Krankenkasse übernimmt, steht im Beitrag CMD-Behandlung: 15 Fragen.

Weitere Fragen, schon beantwortet

Grundlagen

  • Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV), Art. 5 (Physiotherapie)
  • Diagnostic Criteria for Temporomandibular Disorders (DC/TMD)
  • Übersichtsarbeiten zu Ätiologie, Chronifizierung und Haltung, wie auf unseren Seiten für Fachpersonen zitiert

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder zahnärztliche Abklärung. Welche Behandlung für Sie passt, lässt sich erst nach einer Untersuchung sagen.

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