Wir brauchen Ihren Ausschluss, bevor wir anfangen
Diese Seite verspricht Ihnen wenig – aus einem sachlichen Grund: Für eine Kopplung zwischen Bisslage und Sehfunktion gibt es keine belastbare Datenlage. Was es gibt, ist ein gut beschriebener Weg für den Schmerz. Der Unterschied ist wichtig, und wir machen ihn hier.
Diese Patientinnen und Patienten kennen Sie
Retroorbitaler Druck oder Schmerz, asthenope Beschwerden, „anstrengendes" Sehen ohne ophthalmologisches Korrelat. Menschen, die schon mehrfach hier waren und bei denen der Befund jedes Mal unauffällig blieb.
Was gemessen ist
Was beschrieben ist: übertragener Schmerz aus der Kaumuskulatur
Der myofasziale Triggerpunkt ist über vier Kriterien definiert – tastbarer Hartspannstrang, umschriebene Druckempfindlichkeit, Schmerzwiedererkennung und übertragener Schmerz in ein für den Muskel typisches Gebiet. Für den M. temporalis gehört die peri- und retroorbitale Region zu diesem Muster. Das erklärt Druck hinter dem Auge, ohne dass am Auge etwas ist.
Was ausserdem gesichert ist: die trigemino-zervikale Verschaltung
Der Nucleus trigeminalis caudalis konvergiert funktionell mit den Hinterhörnern C1–C3. Das ist die anatomische Grundlage übertragenen Schmerzes zwischen Nacken, Gesicht und Kopf – und damit auch der Grund, warum sich augennaher Schmerz mit Nackenbelastung verändern kann.
Wo die Evidenz endet
Für eine Kopplung zwischen Okklusion und Sehfunktion – Refraktion, Akkommodation, Konvergenz – gibt es in der Literatur nichts Belastbares. Wir behaupten sie nicht. Was wir behaupten, betrifft ausschliesslich den Schmerz, und auch dort als Assoziation, nicht als Kausalität.
Wann eine Zuweisung etwas bringt
Zuerst und ohne Ausnahme: Red Flags und unklarer Befund gehören in die fachärztliche Abklärung, vor jede Funktionsdiagnostik. Die CMD-Sicht ist ergänzend, nicht ersetzend.
Sinnvoll
- augennahe Schmerzen ohne ophthalmologischen Befund, zusammen mit Kiefer- oder Nackenzeichen
- Druckschmerz über dem M. temporalis, der die Beschwerden wiedererkennbar auslöst
- wenn Ihre Abklärung abgeschlossen und unauffällig ist
Nicht sinnvoll
- Sehstörungen jeder Art – dafür sind Sie zuständig, nicht wir
- vor Ihrer Abklärung; ein retroorbitaler Schmerz gehört zuerst zu Ihnen
- mit der Erwartung, dass eine Schiene die Korrektur ersetzt
Ihre Patientin bleibt Ihre. Nach der Abklärung beziehungsweise nach abgeschlossener Regulation überweisen wir grundsätzlich zu Ihnen zurück. Eine darüber hinausgehende Behandlung übernehmen wir ausschliesslich auf Ihren ausdrücklichen, schriftlichen Wunsch.
In allen unseren Fragebögen steht bei jedem Seh- und Augenthema die Frage nach Brille und Kontaktlinsen. Wir wollen nicht, dass jemand mit einer unkorrigierten Fehlsichtigkeit bei uns landet und wir seinen Kopfschmerz dem Kiefer zuschreiben.
Drei Wege – Sie wählen
Ich will es genauer wissen
Die Quellen im Volltext, unsere Messprotokolle und das klinische Erklärungsmodell mit offengelegter Evidenzstufe.
Ich habe eine Frage zu einem Fall
Rückruf durch den CMD-Spezialisten, nicht durch die Rezeption.
Ich möchte zuweisen
Telefonisch, per Mail oder per Brief – wie es Ihnen passt. Der Befundbericht kommt zu Ihnen zurück.
