Die Patienten, bei denen „überall nichts war"
Sie sehen sie zuerst und Sie sehen sie am längsten. Und Sie sind die Einzigen, die den ganzen Verlauf kennen – deshalb ist Ihre Einordnung die wertvollste, die wir bekommen können.
Diese Patientinnen und Patienten kennen Sie
Menschen mit vielfältigen Beschwerden und langem Leidensweg. Viele unauffällige Abklärungen, oft bereits unter Schmerz- oder Psychopharmaka. Der Kiefer ist in dieser Kette selten geprüft worden – nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil er in keinem üblichen Abklärungsgang vorkommt.
Was gemessen ist
Es ist kein Randbefund
Die gepoolte TMD-Prävalenz liegt bei rund 29,5 %, bei Frauen bei rund 36,7 %, bei Männern bei rund 26,7 % – erhoben nach DC/TMD- beziehungsweise RDC/TMD-Kriterien. In einer durchschnittlichen Praxis ist das kein Sonderfall, sondern ein regelmässiger.
Es lässt sich in zwei Minuten screenen
Ein kurzes Selbstauskunfts-Screening identifiziert schmerzbezogene CMD mit einer Sensitivität um 0,85 und einer Spezifität um 0,80. Es ist delegierbar und braucht kein Gerät. Die Interpretationshoheit bleibt ärztlich.
Es gibt ein Zeitkriterium statt eines Bauchgefühls
Die Leitlinienempfehlung lautet: Überweisung an die Sekundärstufe bei unklarer Diagnose oder Persistenz über drei Monate trotz konservativer Erstbehandlung. Das ist ein Kriterium, das sich dokumentieren lässt.
Wo die Evidenz endet
Prävalenz heisst nicht Ursache. Dass jemand eine CMD hat, erklärt nicht automatisch seine übrigen Beschwerden – die Ätiologie gilt als multifaktoriell und biopsychosozial. Wir prüfen, ob ein funktioneller Anteil vorhanden ist, und sagen es Ihnen auch, wenn keiner da ist.
Wann eine Zuweisung etwas bringt
Zuerst und ohne Ausnahme: Red Flags und unklarer Befund gehören in die fachärztliche Abklärung, vor jede Funktionsdiagnostik. Die CMD-Sicht ist ergänzend, nicht ersetzend.
Sinnvoll
- multiple unklare Beschwerden ohne Befund, besonders mit Kiefer-, Nacken- oder Schlafzeichen
- Persistenz über drei Monate trotz leitliniengerechter Erstbehandlung
- auffälliges Kurz-Screening
- vor einer Eskalation der medikamentösen Therapie
Nicht sinnvoll
- bei ungeklärten Red Flags – die fachärztliche Abklärung geht vor
- als Ersatz für die hausärztliche Führung; die bleibt bei Ihnen
Ihre Patientin bleibt Ihre. Nach der Abklärung beziehungsweise nach abgeschlossener Regulation überweisen wir grundsätzlich zu Ihnen zurück. Eine darüber hinausgehende Behandlung übernehmen wir ausschliesslich auf Ihren ausdrücklichen, schriftlichen Wunsch.
Drei Wege – Sie wählen
Ich will es genauer wissen
Die Quellen im Volltext, unsere Messprotokolle und das klinische Erklärungsmodell mit offengelegter Evidenzstufe.
Ich habe eine Frage zu einem Fall
Rückruf durch den CMD-Spezialisten, nicht durch die Rezeption.
Ich möchte zuweisen
Telefonisch, per Mail oder per Brief – wie es Ihnen passt. Der Befundbericht kommt zu Ihnen zurück.
