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Für die Neurologie

Kopfschmerzen, die nicht ansprechen

Die Assoziation zwischen CMD und Migräne gehört zu den am besten belegten in diesem ganzen Bereich. Was sie nicht ist: eine Kausalität. Der Unterschied entscheidet darüber, was wir Ihnen anbieten können.

Diese Patientinnen und Patienten kennen Sie

Chronische oder medikamentenresistente Kopfschmerzen, atypische Gesichtsschmerzen, unklare Triggerbilder. Häufig mit Bruxismus, Kiefergelenkgeräuschen oder druckschmerzhafter Kaumuskulatur, ohne dass jemand danach gesucht hätte.

Der Zusammenhang

Was gemessen ist

Die Zahl – und sie ist gross

Systematische Übersichtsarbeiten mit Meta-Analyse zeigen für TMD und Migräne eine Odds Ratio um 3,79; bei chronischer Migräne werden Werte bis rund 24 berichtet. Das ist eine belegte Assoziation. Eine Kausalität ist damit ausdrücklich nicht nachgewiesen.

Der anatomische Weg ist kein Modell, sondern Befund

Der Nucleus trigeminalis caudalis konvergiert funktionell mit den zervikalen Hinterhörnern C1–C3. Das ist die anatomische Grundlage übertragenen Schmerzes zwischen Nacken, Gesicht und Kopf – und erklärt, weshalb Kiefer- und Nackenbefunde in dieselbe Schmerzregion projizieren.

Chronifizierung: dieselbe Sprache wie bei Ihnen

Chronische CMD wird als nociplastischer Schmerz mit zentraler Sensibilisierung eingeordnet. Die konsistentesten Prädiktoren der Persistenz sind Schmerz-Katastrophisieren und depressive Symptome – nicht okklusale Befunde.

Wo die Evidenz endet

Die Reliabilität der DC/TMD-Kategorie „Kopfschmerz, zugeschrieben einer TMD" ist nur fair, während die übrigen Kategorien gut bis exzellent abschneiden. Genau diese eine Zuschreibung ist also die unsicherste. Wir stellen sie nicht gegen Ihre Diagnose, sondern daneben.

Indikation

Wann eine Zuweisung etwas bringt

Zuerst und ohne Ausnahme: Red Flags und unklarer Befund gehören in die fachärztliche Abklärung, vor jede Funktionsdiagnostik. Die CMD-Sicht ist ergänzend, nicht ersetzend.

Sinnvoll

  • therapieresistente Kopf- oder Gesichtsschmerzen mit Kiefer- oder Kaumuskelbefund
  • Bruxismus, Kiefergelenkgeräusche oder eingeschränkte Mundöffnung in der Anamnese
  • Persistenz über drei Monate trotz leitliniengerechter Erstlinie
  • vor einer Eskalation der Prophylaxe – zur Klärung eines funktionellen Anteils

Nicht sinnvoll

  • zur Kopfschmerzklassifikation – die bleibt bei Ihnen
  • bei ungeklärten Red Flags
  • mit der Erwartung, dass eine Schiene eine Migräne beendet

Ihre Patientin bleibt Ihre. Nach der Abklärung beziehungsweise nach abgeschlossener Regulation überweisen wir grundsätzlich zu Ihnen zurück. Eine darüber hinausgehende Behandlung übernehmen wir ausschliesslich auf Ihren ausdrücklichen, schriftlichen Wunsch.

Wie weiter

Drei Wege – Sie wählen

Ich will es genauer wissen

Die Quellen im Volltext, unsere Messprotokolle und das klinische Erklärungsmodell mit offengelegter Evidenzstufe.

Ich habe eine Frage zu einem Fall

Rückruf durch den CMD-Spezialisten, nicht durch die Rezeption.

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Ich möchte zuweisen

Telefonisch, per Mail oder per Brief – wie es Ihnen passt. Der Befundbericht kommt zu Ihnen zurück.

Zuweisung →