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Für Optikerinnen und Optiker

Wenn die richtige Brille nicht entlastet

Wir sagen es gleich zu Beginn: Für eine Kopplung zwischen Bisslage und Sehfunktion gibt es keine belastbare Datenlage. Was es gibt, betrifft den Schmerz – und den sehen Sie regelmässig.

Diese Patientinnen und Patienten kennen Sie

Trotz korrekt bestimmter und gut angepasster Korrektur anhaltende Kopfschmerzen, Augendruck, „anstrengendes" Sehen oder Nacken- und Schulterverspannung. Häufiger Brillenwechsel ohne Linderung.

Der Zusammenhang

Was gemessen ist

Übertragener Schmerz aus der Kaumuskulatur

Der myofasziale Triggerpunkt ist über vier Kriterien definiert; für den M. temporalis gehört die peri- und retroorbitale Region zum typischen Übertragungsmuster. Das erklärt Druck hinter dem Auge bei einwandfreier Korrektur.

Kopfhaltung und Kiefer hängen zusammen – in beide Richtungen

Die Zuordnung von Malokklusionsklasse und Kopfhaltung ist mit 1,3 bis 2,9 Grad gemessen; der anatomische Weg über supra- und infrahyoidale Muskulatur, Platysma und Nackenstrecker ist unstrittig. Eine auffällige Kopf- oder Blickhaltung ist deshalb ein Befund, der beide Seiten angeht.

Wo die Evidenz endet

Zu Refraktion, Akkommodation und Konvergenz gibt es keinen belegten Zusammenhang mit der Bisslage. Wer Ihnen etwas anderes erzählt, hat dafür keine Quelle. Unsere Aussage betrifft ausschliesslich Schmerz und Muskelspannung – und auch dort als Assoziation.

Indikation

Wann eine Zuweisung etwas bringt

Zuerst und ohne Ausnahme: Red Flags und unklarer Befund gehören in die fachärztliche Abklärung, vor jede Funktionsdiagnostik. Die CMD-Sicht ist ergänzend, nicht ersetzend.

Sinnvoll

  • anhaltende asthenope Beschwerden oder Spannungskopfschmerzen trotz korrekter Korrektur
  • zusätzlich Kiefer-, Nacken- oder Haltungszeichen
  • wenn die augenärztliche Abklärung abgeschlossen und unauffällig ist

Nicht sinnvoll

  • vor abgeschlossener Bestimmung und augenärztlicher Abklärung
  • mit der Erwartung, dass eine Schiene die Korrektur ersetzt oder verändert

Ihre Patientin bleibt Ihre. Nach der Abklärung beziehungsweise nach abgeschlossener Regulation überweisen wir grundsätzlich zu Ihnen zurück. Eine darüber hinausgehende Behandlung übernehmen wir ausschliesslich auf Ihren ausdrücklichen, schriftlichen Wunsch.

Umgekehrt gilt dasselbe: In allen unseren Fragebögen steht bei jedem Seh- und Augenthema die Frage nach Brille und Kontaktlinsen – damit wir keinen Kopfschmerz dem Kiefer zuschreiben, der von einer unkorrigierten Fehlsichtigkeit kommt.

Wie weiter

Drei Wege – Sie wählen

Ich will es genauer wissen

Die Quellen im Volltext, unsere Messprotokolle und das klinische Erklärungsmodell mit offengelegter Evidenzstufe.

Ich habe eine Frage zu einem Fall

Rückruf durch den CMD-Spezialisten, nicht durch die Rezeption.

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Ich möchte zuweisen

Telefonisch, per Mail oder per Brief – wie es Ihnen passt. Der Befundbericht kommt zu Ihnen zurück.

Zuweisung →