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Für Osteopathie und Chiropraktik

Wenn Korrekturen nicht halten

Für die Nachbarschaft von Kiefer und Halswirbelsäule gibt es einen anatomischen Befund, keine Erzählung. Für die Kopplung an Becken- und Fussstatik gibt es das nicht. Wir unterscheiden das hier sauber, weil die Unterscheidung sonst niemand macht.

Diese Patientinnen und Patienten kennen Sie

Befunde, die sich nach der Korrektur rasch reorganisieren. Wiederkehrende zervikale und obere thorakale Dysfunktionen. Und regelmässig Kieferzeichen, die niemand erhoben hat.

Der Zusammenhang

Was gemessen ist

Der anatomische Befund

Der Nucleus trigeminalis caudalis konvergiert funktionell mit den Hinterhörnern C1–C3. Das ist die Grundlage übertragenen Schmerzes zwischen Nacken, Gesicht und Kopf – der Grund, warum Ihre zervikale Arbeit am Kiefer ankommt und umgekehrt.

Die gemessene Verbindung

TMD geht mit reduzierten Druckschmerzschwellen und eingeschränkter HWS-Beweglichkeit einher (moderate Evidenz). Ein Ungleichgewicht der Kaumuskelaktivität ist mit zervikalem myofaszialem Schmerz assoziiert.

Und der Satz, der über unser Verhältnis entscheidet

Manualtherapie und Schiene wirken auf Schmerz und Funktion oft vergleichbar; die Kombination ist häufig sinnvoll. Wir treten also nicht an Ihre Stelle. Wir übernehmen den Teil, den Sie mit der Hand nicht erreichen.

Wo die Evidenz endet

Für die Kopplung an Wirbelsäulen-, Becken- und Fussstatik gibt es keinen verlässlichen, vorhersagbaren Zusammenhang; Effekte zeigen sich allenfalls klein und unter erschwerten posturalen Bedingungen. Eine prospektive Studie mit 3D-Körperscan fand nach drei Monaten Schienentherapie Veränderungen an Kopf und Schulter – nicht an Brustkyphose, Lendenlordose, Becken oder Knie. Das Bild vom Kiefer als „oberem Taktgeber der Körperstatik" tragen wir deshalb nicht mehr vor.

Indikation

Wann eine Zuweisung etwas bringt

Zuerst und ohne Ausnahme: Red Flags und unklarer Befund gehören in die fachärztliche Abklärung, vor jede Funktionsdiagnostik. Die CMD-Sicht ist ergänzend, nicht ersetzend.

Sinnvoll

  • rezidivierende zervikale Dysfunktionen mit Biss- oder Kieferauffälligkeit
  • Kiefergelenkgeräusche, Bruxismus, Druckschmerz der Kaumuskulatur
  • wenn die Korrektur regelmässig innerhalb von Tagen zurückfällt

Nicht sinnvoll

  • Becken- oder Fussstatik als alleinige Fragestellung
  • strukturelle Skoliose mit der Erwartung einer Beeinflussung über den Biss

Ihre Patientin bleibt Ihre. Nach der Abklärung beziehungsweise nach abgeschlossener Regulation überweisen wir grundsätzlich zu Ihnen zurück. Eine darüber hinausgehende Behandlung übernehmen wir ausschliesslich auf Ihren ausdrücklichen, schriftlichen Wunsch.

Wie weiter

Drei Wege – Sie wählen

Ich will es genauer wissen

Die Quellen im Volltext, unsere Messprotokolle und das klinische Erklärungsmodell mit offengelegter Evidenzstufe.

Ich habe eine Frage zu einem Fall

Rückruf durch den CMD-Spezialisten, nicht durch die Rezeption.

Frage stellen →

Ich möchte zuweisen

Telefonisch, per Mail oder per Brief – wie es Ihnen passt. Der Befundbericht kommt zu Ihnen zurück.

Zuweisung →