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Für Psychotherapie und Psychosomatik

Wenn der Körper einen messbaren Anteil hat

Diese Seite argumentiert nicht gegen Ihr Fach. Sie argumentiert für eine Reihenfolge, in der beides nebeneinander läuft statt nacheinander – und dafür gibt es Zahlen.

Diese Patientinnen und Patienten kennen Sie

Anhaltende Schmerz- oder Erschöpfungsbilder mit hohem Leidensdruck, oft als „funktionell" gerahmt. Lange Vorgeschichten, viele unauffällige Befunde, häufig eine Traumaanamnese.

Der Zusammenhang

Was gemessen ist

Der Referenzstandard führt Ihre Achse als gleichwertig

DC/TMD ist zweiachsig aufgebaut: Achse I körperlich (Sensitivität ≥ 0,86, Spezifität ≥ 0,98 für schmerzbezogene TMD), Achse II psychosozial – Graduierung über den GCPS, Kieferfunktion über die JFLS, Belastung über PHQ-4, orale Verhaltensweisen über die OBC. Ein CMD-Befund ohne Achse II ist ein halber Befund.

Die Prädiktoren sind psychologisch, nicht okklusal

Schmerz-Katastrophisieren und depressive Symptome sind die konsistentesten Prädiktoren für Schmerzpersistenz bei CMD. Ein Zusammenhang zwischen psychischer Traumatisierung, Wachbruxismus und schmerzhafter CMD ist beschrieben.

Ihre Verfahren wirken hier belegt

Psychologische Behandlungen senken die Schmerzintensität bei schmerzhaften TMD in ähnlicher Grössenordnung wie die zahnärztliche Standardbehandlung. Kognitiv-verhaltensbezogene Verfahren zeigen bei chronischem Schmerz kleine, verlässliche Verbesserungen; ACT reduziert Katastrophisieren und psychische Inflexibilität.

Wo die Evidenz endet

Wir behaupten nicht, dass die seelische Belastung durchweg Folge einer körperlichen Fehlsteuerung ist. Die Ätiologie gilt als multifaktoriell und biopsychosozial, und die belegte Richtung läuft auch von der Psyche zum Schmerz. Was wir beitragen, ist die Feststellung, ob ein funktioneller Anteil vorliegt – und wie gross er ist.

Indikation

Wann eine Zuweisung etwas bringt

Zuerst und ohne Ausnahme: Red Flags und unklarer Befund gehören in die fachärztliche Abklärung, vor jede Funktionsdiagnostik. Die CMD-Sicht ist ergänzend, nicht ersetzend.

Sinnvoll

  • anhaltende Schmerz- oder Erschöpfungsbilder mit Kiefer- oder Kaumuskelbefund
  • Wachbruxismus, Kieferpressen, orale Verhaltensweisen im Vordergrund
  • als Ergänzung zur laufenden Begleitung, nicht als deren Unterbrechung

Nicht sinnvoll

  • als Ersatz für die psychotherapeutische Führung
  • mit der Erwartung, dass eine Schiene eine Chronifizierung auflöst

Ihre Patientin bleibt Ihre. Nach der Abklärung beziehungsweise nach abgeschlossener Regulation überweisen wir grundsätzlich zu Ihnen zurück. Eine darüber hinausgehende Behandlung übernehmen wir ausschliesslich auf Ihren ausdrücklichen, schriftlichen Wunsch.

Wie weiter

Drei Wege – Sie wählen

Ich will es genauer wissen

Die Quellen im Volltext, unsere Messprotokolle und das klinische Erklärungsmodell mit offengelegter Evidenzstufe.

Ich habe eine Frage zu einem Fall

Rückruf durch den CMD-Spezialisten, nicht durch die Rezeption.

Frage stellen →

Ich möchte zuweisen

Telefonisch, per Mail oder per Brief – wie es Ihnen passt. Der Befundbericht kommt zu Ihnen zurück.

Zuweisung →