Wir suchen keine Zuweisungen. Wir suchen eine Messstelle.
Diese Seite ist die einzige in diesem Bereich, die in die andere Richtung läuft. Bei allen anderen Fachgebieten geht es darum, wann Sie uns jemanden schicken. Hier geht es darum, wen wir Ihnen schicken – und mit welcher Fragestellung.
Warum wir zuerst auf Sie zukommen
Radiologinnen und Radiologen gehören nicht zu den üblichen Zuweisern einer CMD-Klinik. Sie haben aber von allen Fachgebieten den grössten Sachverstand zum Kiefergelenk – und den einzigen Blick darauf, der nicht auf Tasten, Fühlen und Beschreiben angewiesen ist.
Wir brauchen diesen Blick nicht, um Diagnosen zu stützen, die wir ohnehin stellen. Wir brauchen ihn, um zu prüfen, ob unsere Therapie tut, was wir von ihr behaupten.
Vier Aufnahmesituationen, eine Frage
Verändert eine neuromuskuläre Repositionierung die Lage von Kondylus und Diskus – und bleibt die Veränderung über den Verlauf bestehen?
Ausgangsbefund
- ohne Schiene, in habitueller Interkuspidation
- mit Schiene, in therapeutischer Position
Verlaufskontrolle
- dieselben beiden Situationen nach definiertem Intervall
- dynamisch, wo technisch verfügbar
Warum die Dynamik den Unterschied macht. Ein Standbild zeigt eine Lage, keine Funktion. Echtzeit-MRT liefert nach heutigem Stand bewegte Aufnahmen von Kondylus und Diskus mit bis zu zehn Bildern pro Sekunde bei 0,75 mm Auflösung. Damit wird die Frage überhaupt erst beantwortbar, um die es geht: Bewegt sich der Diskus mit – oder wird er überfahren?
Wir kennen die Schwäche des Standbildes. Sie ist der Grund für dieses Vorhaben.
Das MRT bleibt Referenzstandard – und trägt allein keine Therapieentscheidung
Die Diskusverlagerung kommt auch bei Beschwerdefreien vor und korreliert nur schwach mit Schmerz und Funktion; die Reliabilität der Befundung ist begrenzt. Wer aus einem einzelnen Standbild eine Behandlung ableitet, überdehnt den Befund. Übersichtsarbeiten zur MRT-Diagnostik der Diskusverlagerung.
Genau deshalb der Vorher-Nachher-Vergleich
Was ein Querschnittsbild nicht kann, kann der Vergleich derselben Person mit sich selbst: Er misst nicht, ob eine Lage „normal" ist, sondern ob sich unter einer definierten Massnahme etwas ändert. Das ist die einzige Konstruktion, in der Bildgebung bei diesem Krankheitsbild als Wirksamkeitsmass taugt.
Wo die Evidenz endet
Die apparative Bewegungsaufzeichnung (Jaw-Tracking) besitzt nach heutiger Datenlage keinen belegten diagnostischen Wert für die Erkennung einer CMD. Zur computergestützten Axiographie steht eine Gegenposition im Raum – gegenüber dem MRT eine Sensitivität um 85 % für Diskusverlagerungen. Wir führen beide Angaben, weil eine davon gegen unsere eigene Messtechnik spricht.
Die instrumentelle Funktionsanalyse ist nach S2k-Leitlinie ausdrücklich keine Methode der Schmerzerfassung und baut auf der klinischen Funktionsanalyse auf. Auch das steht hier, weil es unsere eigene Diagnostik begrenzt. Und die Kernfrage dieses Vorhabens ist offen – deshalb stellen wir sie.
Was wir mitliefern und was zurückkommt
Von uns
- klare, einzeilige Fragestellung je Aufnahme
- klinischer Befund nach DC/TMD, damit das Bild einen Kontext hat
- die therapeutische Position, dokumentiert und reproduzierbar
- Terminfenster für die Verlaufskontrolle, im Voraus geplant
Von Ihnen
- Befund in Ihrer gewohnten Form – kein Sonderformat
- ausdrücklich auch: „keine Veränderung erkennbar"
Der letzte Punkt ist ernst gemeint. Ein Vorhaben, das nur bestätigende Befunde verträgt, ist keine Überprüfung. Wir rechnen mit Nullbefunden und wollen sie sehen.
Drei Wege – Sie wählen
Ich will es genauer wissen
Untersuchungsprotokoll, Fragestellungen im Wortlaut und die Quellenlage im Volltext.
Ich habe eine fachliche Frage
Zur Sequenz, zur Lagerung, zur Reproduzierbarkeit der therapeutischen Position.
Ich bin an einer Zusammenarbeit interessiert
Ein Gespräch, in dem wir das Protokoll gemeinsam durchgehen – telefonisch, per Mail oder bei Ihnen vor Ort.
