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Beschwerdebild · Kopf und Gesicht

Migräneartige Kopfschmerzen: Wenn der Auslöser im Kiefersystem sitzt.

Schmerzmittel, Neurologie, Bildgebung – und der Kopfschmerz kommt wieder? Für Kopf- und Gesichtsschmerzen ist der Zusammenhang mit dem Kiefersystem fachlich gut nachvollziehbar. Diese Seite vertieft das Beschwerdebild aus der Übersicht Migräneartige Kopfschmerzen.

Zuerst und wichtiger als alles andere: Bei plötzlichem, sehr starkem Kopfschmerz, bei Fieber mit Nackensteife, bei Seh-, Sprach- oder Lähmungserscheinungen und bei Kopfschmerz nach einem Sturz gehören Sie sofort in ärztliche oder neurologische Abklärung – nicht in die CMD-Diagnostik. Das Kiefersystem ist erst dann ein sinnvolles Thema, wenn ernste Ursachen ausgeschlossen sind.

Woran Betroffene das Kiefersystem erkennen

Kopfschmerz ist ein Symptom, keine Diagnose. Er kann aus dem Kopf selbst kommen, aus dem Nacken, aus dem Schlafverhalten – oder aus dem Kiefersystem. Was uns in der Sprechstunde immer wieder begegnet, ist eine bestimmte Kombination. Sie beweist nichts, aber sie ist ein guter Grund, genauer hinzuschauen:

  • Dumpfer Druck oder Pochen in Schläfe, Stirn oder Hinterkopf.
  • Der Schmerz ist morgens nach dem Aufwachen am stärksten und lässt im Lauf des Tages nach.
  • Druckgefühl hinter den Augen, Empfindlichkeit gegenüber Licht und Lärm.
  • Migräneattacken mit oder ohne Aura, zusätzlich zu einem dauernden Spannungskopfschmerz.
  • Verschlimmerung bei Stress, nach längeren Zahnbehandlungen oder nach anstrengendem Kauen.
  • Der Kiefer knackt oder reibt, die Schläfen- und Wangenmuskeln sind druckempfindlich.
  • Dazu hartnäckige Nacken- und Schulterverspannungen.

Warum das Kiefersystem Kopfschmerz erzeugen kann

Der grosse Schläfenmuskel gehört zur Kaumuskulatur – er liegt genau dort, wo viele Menschen ihren Kopfschmerz spüren. Steht der Biss ungünstig oder pressen und knirschen Sie nachts, arbeitet diese Muskulatur über Stunden gegen einen Widerstand, ohne zur Ruhe zu kommen. Die Spannung kann sich über Muskelketten in Schläfen, Stirn, Hinterkopf und Nackenansatz fortsetzen.

Dazu kommt der Trigeminusnerv. Er ist der Hauptnerv für Kopf- und Gesichtsschmerz und versorgt zugleich Kiefergelenk und Kaumuskeln. Wird dieses Gebiet dauerhaft belastet, kann der Nerv gereizt werden und den Schmerz dorthin melden, wo Sie ihn spüren – in den Kopf, nicht in den Kiefer. Deshalb sprechen wir bei CMD nicht von einem kaputten Teil, sondern von einer reflektorischen, nervalen Fehlsteuerung: Das System reagiert falsch, nicht ein einzelnes Bauteil.

Warum bisher niemand darauf gekommen ist

In der neurologischen Abklärung und in der Bildgebung heisst es dann oft „alles unauffällig". Das ist keine Nachlässigkeit und kein Vorwurf an Ihre bisherigen Behandelnden. Neurologie und Hausarztmedizin arbeiten sorgfältig und schliessen mit einem unauffälligen Befund genau das aus, was wirklich gefährlich wäre – eine wichtige und gute Information. Nur misst dort niemand den Biss, weil er nicht zu diesem Fachgebiet gehört. Das Zusammenspiel zwischen den Fachgebieten schaut sich selten jemand als Ganzes an. Warum das so ist →

Was infrage kommt, wenn das Kiefersystem beteiligt ist

Sind ernste Ursachen ärztlich ausgeschlossen und finden sich zugleich Kiefer- und Nackenbeschwerden, lässt sich das Kiefersystem messen statt vermuten. Der CMD-Systemcheck erfasst unter anderem die Bisslage, die Muskelaktivität per EMG und die Kaukräfte Zahn für Zahn.

Zeigt sich eine Überlastung der Kaumuskulatur, kann eine individuell gefertigte, herausnehmbare Schiene diese Muskulatur entlasten. Begleitend sind Physiotherapie für Kiefer und Nacken sowie Stressreduktion sinnvoll. Ob und wie stark sich Ihre Kopfschmerzen dadurch verändern, ist von Mensch zu Mensch verschieden und lässt sich vorher nicht vorhersagen.

Wichtig: Wir arbeiten ergänzend zu Ihrer neurologischen Versorgung, nicht an deren Stelle. Änderungen an Ihren Medikamenten besprechen Sie bitte mit Ihrer Neurologin oder Ihrem Neurologen – nicht mit uns.

Der erste Schritt ist unverbindlich: der CMD-Selbsttest in zwei Minuten oder ein telefonisches CMD-Strategiegespräch.

Was Sie selbst schon prüfen können

Bevor Sie an das Kiefersystem denken, lohnt sich der Blick auf die häufigen Auslöser: Schlafrhythmus, Trinkmenge, Bildschirmhaltung, Stress und der Gebrauch von Schmerzmitteln. Und eine Frage, die dabei fast immer untergeht: Ist Ihre Brille oder sind Ihre Kontaktlinsen aktuell richtig angepasst? Eine ausführliche Übersicht finden Sie im Ratgeber unter Ständig Kopfschmerzen? Die häufigsten Ursachen.

Häufige Fragen

Können migräneartige Kopfschmerzen wirklich vom Kiefer kommen?

Für Kopf- und Gesichtsschmerzen ist der Zusammenhang fachlich gut nachvollziehbar: Eine ungünstige Bisslage und nächtliches Knirschen können die Kiefermuskulatur überlasten und den Trigeminusnerv reizen, den Hauptnerv für Kopf- und Gesichtsschmerz. Ob das bei Ihnen zutrifft, zeigt erst eine Untersuchung. Eine erste Einschätzung gibt der CMD-Selbsttest.

Woran erkenne ich, dass mein Kiefersystem beteiligt sein könnte?

Typisch beschrieben wird ein Kopfschmerz, der morgens am stärksten ist, zusammen mit Kieferknacken oder Zähneknirschen, druckempfindlichen Schläfen- und Wangenmuskeln und anhaltender Nackenverspannung – bei unauffälligem neurologischem Befund. Mehrere dieser Punkte zusammen sind ein Grund, das Kiefersystem mituntersuchen zu lassen.

Muss ich meine Migräne-Medikamente absetzen?

Nein. Wir arbeiten ergänzend zu Ihrer neurologischen Versorgung, nicht an deren Stelle. Über Änderungen an Ihren Medikamenten entscheidet ausschliesslich Ihre Neurologin oder Ihr Neurologe.

Wann sind Kopfschmerzen gefährlich?

Bei plötzlichem, sehr starkem Kopfschmerz, bei Fieber mit Nackensteife, bei Seh-, Sprach- oder Lähmungserscheinungen und bei Kopfschmerz nach einem Sturz: sofort ärztlich oder neurologisch abklären lassen, nicht in die CMD-Diagnostik.

Kommt es vom Kiefersystem? Machen Sie den Selbsttest

Unverbindlich – mit einer ersten Einschätzung sofort.

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