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Für Eltern & Betroffene

Das Wachstum nutzen, statt gegen es zu arbeiten

Im funktionellen Ansatz ist der Zeitpunkt entscheidend: Solange das Kiefersystem wächst, lässt es sich sanft in die richtige Richtung lenken. Je früher eine Fehlentwicklung erkannt wird, desto schonender lässt sie sich begleiten – oft ganz ohne starre Apparaturen.

Faustregel: Eine erste funktionelle Einschätzung ist oft schon mit 6–9 Jahren sinnvoll – nicht, um sofort zu behandeln, sondern um zu erkennen, wohin sich das Wachstum entwickelt.

3–6

Milchgebiss

Jetzt zählen vor allem gesunde Funktion und Angewohnheiten: Nasenatmung statt Mundatmung, Abgewöhnen von Dauernuckeln. Auffälligkeiten beobachten und früh ansprechen.

6–9

Frühes Wechselgebiss – das wichtigste Fenster

Hier lässt sich am meisten erreichen. Kreuzbiss, ein seitlich ausweichender Unterkiefer, stark vorstehende Zähne, Mundatmung oder ein zu enger Kiefer können jetzt sanft über das Wachstum gelenkt werden – bevor sich eine Fehlsteuerung verfestigt.

9–14

Spätes Wechselgebiss

Das Kiefersystem ist noch formbar, die meisten bleibenden Zähne sind da. Funktion und Stellung lassen sich weiter gezielt verbessern – möglichst, ohne Zähne zu ziehen.

16+

Jugendliche & Erwachsene

Das Wachstum ist abgeschlossen – eine bestehende Fehlsteuerung lässt sich dennoch erkennen und funktionell regulieren. Gerade Beschwerden nach einer früheren Behandlung gehören hierher. Wie das zusammenhängt →

Geduld ist Teil der Therapie

Warum „beobachten“ oft richtig ist

Nicht jede Unregelmässigkeit muss behandelt werden – vieles ordnet sich im Wachstum von selbst. Seriös ist, die Entwicklung in Kontrollabständen zu begleiten und nur dann einzugreifen, wenn die Funktion es erfordert.

Unser Ziel ist nicht, möglichst früh möglichst viel zu behandeln – sondern den richtigen Moment zu erkennen.

Eher zeitnah abklären, wenn …

  • der Unterkiefer beim Zubeissen zur Seite ausweicht (Kreuzbiss)
  • Ihr Kind überwiegend durch den Mund atmet oder schnarcht
  • die oberen Schneidezähne stark vorstehen
  • häufige Kopfschmerzen, Nacken- oder Haltungsbeschwerden auftreten
  • der Kiefer knackt oder Ihr Kind nachts knirscht

Ist bei Ihrem Kind der Moment gekommen?

Der CMD-Check für Kinder gibt eine erste Orientierung – in rund zwei Minuten.